Dr. Klaus Strohmeyer - Wissenschaftliche Recherchen
© Dr. Klaus Strohmeyer 2004-2006

Das Forschungsprojekt "Ursula Fesca"

Ursula Fesca
Ursula Fesca
(um 1930)

Die Keramikkünstlerin Ursula Fesca wäre im Jahr 2000 einhundert Jahre alt geworden. Sie verschwand weitgehend hinter bzw. in ihrem Werk, in den Hunderten von Vasen, Kaffeekannen, Schalen und Bechern. Die Stücke selbst wurden bekannt, ihre Keramik prägte sowohl in den 30er Jahren als auch in den 50er Jahren in hohen Stückzahlen den Zeitgeschmack mit: Wer sie entworfen hatte, ihnen Gestalt, Farbe, Dessin gegeben hatte, wussten die wenigsten derer, die täglich damit umgingen. In Museen, Ausstellungen und Büchern über Keramikkunst allerdings waren ihre Entwürfe schon seit langem zu sehen.

In Ursula Fescas künstlerischer Entwicklung spannt sich der Bogen von den durch die abstrakte Kunst, besonders dem Konstruktivismus, beeinflussten frühen Arbeiten in den Stationen Velten, Elsterwerda und Wächtersbach über eine kurze heimatstilnahe Schaffensphase in den 30er Jahren bis zu den dynamischen Formen und Muster der 50er Jahre.

Drei Ursachen ist es wohl zu verdanken, dass die Bedeutung Ursula Fescas für die Geschichte der modernen Keramikkunst heute bewusster geworden ist: die Wiederentdeckung ihrer Arbeiten für die Keramikfabrik Elsterwerda durch die Kunsthistorikerin Karla Bilang, das Auffinden und Zugänglichmachen ihres künstlerischen Nachlasses aus dem Besitz der Familie und das gestiegene Fach- und Sammlerinteresse an ihren Stücken, auch und besonders durch das Internet. Die gewachsene Aufmerksamkeit für ihr Wirken dokumentieren die Ausstellungen, die in den letzten Jahren ihr Werk oder Aspekte ihres Werks innerhalb größerer Zusammenhänge zeigten.

Der vorliegende Nachlass Ursula Fescas, zur Zeit im Anschluss an eine umfassende Ausstellung ihres Werks als Leihgabe im Keramikmuseum Velten untergebracht und dort in Auszügen neben den Werken Hedwig Bollhagens zu sehen, ist ein Zufallsprodukt, das, was übrig geblieben ist, was ausgewählt und aufbewahrt wurde. Es sind Zeichnungen, Entwürfe und Dokumente ihrer künstlerischen Arbeit, außerdem Familienfotos und Stücke, ergänzt durch Zukäufe.

Diese Daten zu Person und Werk geben lediglich einen Einblick und sind ein erster Schritt auf dem Weg zu einer umfassenderen Erarbeitung von Biografie und Werkgeschichte.

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